Der Fluss, der ohne Wasser da steht

Gerade noch hat Jason ein kühles Fussbad in der Donau genossen. Und nur ein paar Meter ist die Donau kurz vor Möhringen von jetzt auf gleich verschwunden und das Flussbett liegt leer vor uns - fast so, als ob Jemand den Stöpsel aus der Badewanne gezogen hätte. Nur noch ein paar Pfützen und Steinhaufen sowie ein leichter Fischgeschmack zeugen davon, dass hier einst ein breit fliessender Fluss war. 

 

Hier wo wir stehen hat es unzählige Löcher im Karstgestein, in die das Wasser verschwindet. Es versickert aber nicht einfach sondern fliesst von dort auf rund 12km unterirdisch zum 183 Meter tiefer gelegenen Ach wo es nach fast 60 Stunden in der grössten deutschen Quelle, dem Achtopf wieder zum Vorschein kommt.

 

Ab da fliesst das Donauwasser als Ach weiter in den Bodensee und in den Nordsee ... die Donau wurde zum Zufluss des Rheins. Der Fluss hingegen der ab Möhringen als Donau weiter zum Schwarzen Meer fliesst, hat im Sommer ihren Ursprung aus anderen Quellen als der Donau.

 

Wir hatten das grosse Glück ein weltweit einmaliges Naturphänomen zu erleben, das hier in den Sommermonaten zu sehen ist. Der Mann der dort fotografiert hat, erzählt uns, dass das Flussbett noch voller Wasser war als er vor 4 Tagen hier war. Und eigentlich wollte er heute aufnehmen wie es verschwindet - aber es war schon weg.  

 

Und nicht alle, die am Ufer der leeren Donau leben, können und konnten sich dafür begeistern und so wurde über die Jahrhunderte immer wieder versucht, de Löcher zu stopfen oder die Donau anderweitig zu stauen, um den Touristen nicht nur ein leeres Flussbett zu zeigen.

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Monika & Dieter Oberli