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Carsulae und Lugnano

CARSULAE

Gegen Abend kommen wir an unserem nächsten Stellplatz bei der Ausgrabungsstätte von Carsulae an. 

 

Leider ist uns der Weg auf zu den Stellplätzen durch eine tiefe Pfütze versperrt. Weil wir nicht riskieren wollen, an deren Rand aufzusetzen, beschliesst Dieter, die Ausfahrt rückwärts hochzufahren. Gesagt, getan und schon stehen wir auf unserem Platz und können uns für die Nacht einrichten. 

Die römische Stadt Carsulae war einst ein bedeutender Handelsplatz. Ihren Wohlstand verdankte sie der Via Flaminia, welche zwischen 220 und 219 v.Chr.  entstand und Rom mit Ariminium (dem heutigen Rimini) verband. Die Strasse wurde nicht nur militärisch sondern als Handels- und Verkehrsweg genutzt auf denen Carsulae  einer ihrer wichtigsten Umschlagsplätze war. Heute zeugen nur noch die Ausgrabungen, die hier besichtigt werden können, von ihrer Existenz.

Man vermutet, dass der Niedergang von Carsulae im 4. Jahrhundert begann als der westliche Teil der Via Flaminia an Bedeutung verlor, da immer mehr der weiter östlich gelegenen Teil genutzt wurde. Und das endgültige aus gab ihr vermutlich das Erdbeben im 6. Jh n.Ch.

 

Wir verzichten jedoch auf einen Besuch der Ausgrabungsstätte und machen stattdessen einen schönen Spaziergang mit den Hunden. Vereinzelt hören wir dabei immer wieder Gewehrschüsse. Aber als wir uns dem Wald nähern werden es immer mehr und so beschliessen wir, hier den Spaziergang abzubrechen und auf gleichem Weg zurückzugehen. In der Hoffnung, dass die Herdenschutzhunde, uns diesmal nicht mehr beim Museum erwarten. Und wir haben tatsächlich Glück, denn sie sind gerade anderweitig beschäftigt und wir kommen ohne Geleitschutz durch. 

 

Gegen Abend kühlt es merklich ab und zu unserer Freude beginnt es auch noch zu schneien. Leider hält sich der Schnee nicht bis zum nächsten Morgen, aber wir haben immerhin etwas Weiss gehabt. 

LUGNANO IN TEVERINA

Da es hier für uns nicht mehr viel zu sehen gibt und auch keine weiteren Spazier- oder Wanderwege locken, machen wir uns auf nach Lugnano in Teverina, welches auf einem felsigen Hügel in den Amerini-Bergen liegt.

 

Unterwegs füllen wir noch unsere Vorräte auf und finden dann unterhalb des Städtchens einen tollen Stellplatz ganz für uns alleine. So dürfen Jason und Shadow nach der Fahrt hier auch noch ein wenig frei laufen und die Gerüche erkunden. 

Natürlich lassen wir uns am nächsten Tag auch das Städtchen nicht entgehen. Dieses gehört nicht nur zu den schönsten 100 Dörfern Italiens sondern hat auch eine lange Geschichte. Man vermutet, dass einige Bewohner im 7. Jahrhundert n.Chr. von dem im Tal gelegenen römischen Ort Luchiano  aufgrund einer Barbaren-Invasion oder, wahrscheinlicher noch, vor der Maleria in die Höhe flüchteten auf auf dem Felsvorsprung sesshaft wurden.

Aber auch der Ort selbst fasziniert mit seinen schmalen Gässchen, die sich mit grosszügigen Plätzen abwechseln und den überraschenden Ausblicken auf das Tiber Tal.

 

Unser Rundgang führt uns auch zur  romanischen Hauptkirche des Ortes "Santa Maria Assunta" auf dem Platz " Piazza S. Maria", wo sich einst die Bürger der Provinz Lugnano zu wichtigen Ereignissen trafen. Auf dem Giebel des Kirchendaches ist ein Adler zu sehen, der zeigt, dass die Kirche der Jungfrau geweiht ist.

Lugnano in Teverina ist nicht nur wegen der Kirche S. Maria e Collegiata aus dem 12. Jahrhundert einen Besuch wert: Während Monika die Details an den Häusern fotografiert und die Aussicht geniesst, entdeckt Dieter das ehemalige Kloster "Monastero della SS. Annunziata". Die dortigen Nonnen waren ursprünglich Augustinerinnen, bis sie die Regeln des heiligen Benedikt übernahmen. 


Durch weitere kleine Gässchen gelangen wir zurück zum Ausgangspunkt unseres Spaziergangs  und sind dann auch schon bald wieder unten bei unserem Wohnmobil. 

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Monika & Dieter Oberli