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Mein Solo für Zwei geht weiter

 

Ebensee

 

Der Weg nach Schweinfurt ist schnell geplant. Bis wir dort sind, müssen jedoch einige Kilometer zurück gelegt werden. Für die Fahrt durch Österreich nehme ich mir mehr Zeit und lasse deshalb Schnellstrassen und Autobahnen links liegen. Mein Navi ist mit meiner Routenwahl zwar nicht immer einverstanden (meist wegen Lastwagenfahrverbot), aber wir kommen trotzdem überall weiter. 

Zu meiner Verwirrung liegt Ebensee am Traunsee und gehört zum nördlichen Alpenrand. Auch hier können Shadow und ich eine schöne Wanderung unternehmen, die uns zum Rindbach Wasserfall führt. Zuvor muss ich jedoch noch einen Schlosser finden, der mir am nächsten Tag die arg verbogene Türe an der Metallbox richten wird. Denn leider hat diese bei bei der Anfahrt zum Stellplatz eine kleine Auseinandersetzung, welche die Steinmauer gewonnen hat. 

 

 

Bad Füssing

Auf der gegenüberliegenden Seite des Inns machen wir in Bad Füssing unseren ersten Halt in Deutschland.

Dort bietet Meier's Burgwirtschaft einige Plätze für Wohnmobile an und für den Obolus einer Übernachtung gibt's einen Verzehrgutschein.
Perfekt - so entfällt für einmal das Kochen.

Der Inn entpuppt sich hier leider als trübe Brühe, dafür ist die Landschaft im Überflutungsgebiet umso reizvoller. Nach zwei Übernachtungen geht es aber trotzdem wieder weiter.

 

Bodenmais
Es ist immer noch drückend warm und so suche ich als nächsten Stellplatz einen, der möglichst hoch oben liegt. Und werde im Bayrischen Wald, unweit der tschechischen Grenze, fündig. Dort gibt es diverse Erhebungen, die auf über 1000 Meter Höhe liegen. Der grosse Arber mit 1456 Metern überragt dabei alle anderen und nicht weit davon findet sich der Stellplatz in Bodenmais (680 m).

 

Die schöne und eigentlich gemütliche Wanderung zum Hochfall und den Rissloch-Wasserfällen erweitere ich spontan um ein paar wenige Kilometer aber noch mehr um knackigen Höhenmetern und gelange zum kleinen Arber auf 1384 m über Meer. Im naheliegenden Berggasthof wird der Flüssigkeitsverlust mit einem leckeren Bier wieder ins Lot gebracht.

Am nächsten Morgen geht die kleine Runde in Joska's Glasparadies. Unerwarteterweise ist da Hochbetrieb: Einige Dutzend Sportwagen ziehen Autofans von nah und fern an. Mich begeistern hier jedoch mehr die vielen schönen Glasskulpturen auf dem Betriebsgelände.

Joska Glasparadies

 

Schwandorf
Schwandorf lockt mit einem grossen Stellplatz direkt an der Naab. Und eine kurze Recherche reicht, um zwei abwechslungsreiche  - und vor allem flache - Wanderungen zu finden. Die Brauereiwirtschaft in Fronberg (ja, mit Shadow kann man nun immer wieder problemlos einkehren) bietet leckere Speisen.

Nur das Bier kommt nicht mehr aus der eigenen Brauerei, wie mir ein ortsansässiger Gast erklärt. Auch sonst erzählt er mir dies und das über den Ort und über die Fischerei (er besitzt das Fischereipatent für diesen Abschnitt der Naab). Und er kennt einige Geschichten über das leider nicht öffentliche Schloss Fronberg und deren Besitzer. 

 

Nürnberg Wöhrdersee
Als wir das letzte Mal auf diesem Platz standen, hatte ich leider keine Gelegenheit, den Wöhrdersee zu besuchen.

 

Leider sieht es auch diesmal fast danach aus, denn der Stellplatz ist voll belegt. Als ich schon wegfahren möchte, kommt mir  der Fahrer eines anderen Fahrzeugs hinterher: In 15 Minuten könne ich seinen Platz haben. Glück gehabt.

 

Weniger Glück habe ich am nächsten Tag: Ich bin auf der Suche nach Bündchenstoff, mit denen ich die bereits arg in Mitleidenschaft gezogenen Sitzpolster etwas verschönern möchte. Wegen Betriebsferien (auf der Homepage leider nicht ersichtlich) stehe ich jedoch vor verschlossener Tür. Und auch beim zweites Laden sehe ich durch die Schaufenster nur leergeräumte Regale. Was für ein Reinfall.

 

Euerbach
In Euerbach ist die Firma Alde beheimatet. Dort lasse ich mir die Heizflüssigkeit austauschen und gleichzeitig ein undichtes Ventil ersetzen. Glücklicherweise gibt es auch einen schönen und ruhigen Stellplatz beim Sportplatz und direkt vor der Türe schöne Wandermöglichkeiten.

 

Hardheim
Ab jetzt geht es wieder südwärts in Richtung Basel. Der erste Halt gibt es in Hardheim und selbstredend für Shadow und mich ausgedehnte Wandermöglichkeiten. Dummerweise ist das angepeilte Restaurant wegen Krankheit geschlossen. Durstiger als sonst geht es dann durch einen schönen Naturpark zurück zum Stellplatz. Die kleinere Runde am nächsten Tag führt mich diesmal durch ein schattiges Tal, wo wir dann auch wieder Wasser zum Abkühlen und gegen den Durst finden. Auffällig ist, wie sich die Natur immer mehr in matten Gelbtönen präsentiert und die Bäche oft kein Wasser mehr führen - auch hier spürt man die Trockenheit des Sommers.

 

Aglasterhausen
Im Ortsteil Michelbach liegt auf einer Anhöhe und in der Nähe der Sporthalle und des Kinderspielplatzes unser nächster Stellplatz. Und dieser ist in der Nacht herrlich ruhig. Direkt ab dem Stellplatz führen Wanderwege in den Wald und zum Michelsee. So lassen sich die sehr warmen Stunden tagsüber gut aushalten.

 

Güglingen
Der Stellplatz am Freibad ist überraschend gut besetzt und die freilaufenden Hunde halten mich davon ab, mich in die für die WoMo's vorgesehenen Plätze einzureihen. Mit etwas Abstand stehen wir aber gut, auch wenn das eine oder andere Mal ein anderer Aussie Shadow einen Besuch abstattet.

Immer öfters begegnen uns nun ausgetrocknete Bachläufe und nicht mehr grünen Felder und Wiesen. Immerhin findet Shadow in der Zaber noch genügend Wasser, um seinen Durst zu löschen und eine kleine Abkühlung zu geniessen.

 

Ötisheim
Gestern ist mir auf der doch etwas eintönigen Runde in den Sinn gekommen, ich könnte wieder einmal einen Cache (Geocaching) suchen. Entlang meines Weges gibt es  jedoch nichts zu finden. Und so habe ich mich heute entsprechend vorbereitet, wohlwissend, dass oft ein Versteck an einem schönen und/oder interessanten Ort gewählt wird. So ist es auch heute beim dritten Cache auf der Runde mit Shadow. Diese führt mich zur 'Eppinger Linie'. In der Beschreibung des Cache findet sich auch etwas Geschichte und oberhalb von Ötisheim entsprechenden Anschauungsunterricht.

 

Interessant sind natürlich auch Mystery-Caches, bei denen noch etwas Detektiv-Arbeit zum Auffinden notwendig ist. Denn hier führen verschiedene Aufgaben zu den Koordinaten, an denen der Cache versteckt ist. So führt mich dieser Cache (virtuell) über Genf nach Wien. Und mit den so entschlüsselten Informationen finde ich auch auf der etwas längeren Pipirunde rund um Ötisheim mein Ziel.

 

Herrenberg
Rund um Herrenberg befinden sich viele Streuobstwiesen, die sich toll erwandern lassen. Sie sind Teil des grössten zusammenhängenden Streuobstgebietes in Europa. Shadow freut sich über die vielen Äpfel am Boden, mit denen sich herrlich spielen lässt und ich erfreue mich zusätzlich an ein paar gefundenen Caches.

Der eigentliche Anlass, um hier zu übernachten ist jedoch die Firma Stoffdepot im Nachbardorf. Dort kann ich mir deren Bündchenstoffe anschauen und zwei Abschnitte für die Rundsitzgruppe kaufen, um erst einmal auszuprobieren, wie es passt. Dem Stoffdepot angeschlossen ist auch Belkon, welche sich auf Neubepolsterung in Leder und Stoff spezialisiert haben.

 


Auf dem Morgenspaziergang entdecke ich einen versteckten Canyon in der Nähe von Haslach. Leider ist das Schutzgebiet nicht (mehr) zugänglich und ich geh weiter auf der geplanten Rundwanderung.

 

Leider versperrt uns dabei eine Bahntrassee den Weg. Aber zum Glück zeigt mir die Karte, dass in der Nähe ein Tunnel unten durch führt. Was ich dann dort antreffe ist eher ein grosses Abwasserrohr, welches ca. 70 m lang ist. Da geht selbst Shadow nicht freiwillig durch. Aber ich möchte auch nicht einfach umkehren und den gleichen Weg zurückgehen und so suche ich nach einer Alternative, die dann auch schnell gefunden ist. Das kostet zwar eine zusätzliche Stunde Wegzeit, führt mich aber dafür am Skulpturenpark der Kunststiftung Lutz Ackermann vorbei.

 

Schramberg-Waldmössingen
In der Nähe eines Erlebnisbauernhofes mit Wildgehege finde ich den nächsten Übernachtungsort und stosse hier auch auf Spuren, welche die Römer hinterlassen haben. Das weitreichende Wanderwegnetz gibt uns die Möglichkeit für längere Runden, bevor unsere Reise nach zwei Nächten weiter geht.

 

Unterkirnach
Der Stellplatz in Unterkirnach ist klein aber fein und sehr zentrumsnah - ideal um zu Fuss den Bestand im Kühlschrank aufzufüllen. Auf einer früheren Reise sind wir hier schon mal vorbei gekommen, hatten aber damals keinen freien Platz ergattern können. Die kleine Wanderung am nächsten Tag führt mich am damaligen Ausweichplatz vorbei.

Gerade rechtzeitig vor dem einsetzenden Regen sind wir zurück bei unserem fahrbaren Heim. Die Pipi-Runde am nächsten Tag nutzen ich für einen weiteren Cache.

 

Bernau
Die Heimat ist schon nah. Den Platz in Bernau kenne ich noch nicht, darum wird dieser Ort angefahren. Es ist Wochenende und es stehen schon einige Wohnmobile beim Sportplatz. Aber der Parkplatz ist genügend gross, so dass auch wir noch unseren Platz finden. 

 

Langsam macht mir jedoch mein Knie Probleme, weshalb ich leider auf die Premiumwanderung 'Hochtal Steig' verzichten muss. Dafür wähle ich die kürzere und 'weniger' anstrengende Wanderung auf den Blössling. Der Gipfel bietet eine herrliche Sicht auf die Schwarzwald-typische Umgebung.

Am nächsten Morgen gibt es auf dem Panoramaweg nochmals eine längere Pipirunde mit eingebundener Cache-Suche, bevor es endgültig  'nach Hause' geht.

 

Weil am Rhein
"Solo für Zwei" endet nach 55 erlebnisreichen Tagen am Ausgangsort. Zeit für ein kurzes Fazit.

 

Mit der Routenwahl hatte ich ein gutes 'Händchen':
Das Südtirol bietet wahnsinnig viel fürs Auge. Dazu aussergewöhnlich schöne Wandermöglichkeiten. Diese Region werde ich auf jeden Fall noch einmal mit Monika besuchen, dann aber wahrscheinlich mit weniger Höhenmetern zu Fuss. Von Slowenien habe ich nur den nördlichsten Teil durchquert - aber auch dort ist die Bergwelt voll toller Eindrücke und eine weitere Reise wert.

Der Heimweg hat sich durch den Besuch bei Alde für den Austausch der Heizflüssigkeit von selbst ergeben. Mit all den vorangegangenen imposanten Impressionen kann das Frankenland jedoch nicht mehr ganz mithalten.

Dafür überzeugt der Schwarzwald  dann wieder wie gewohnt mit tollen Stellplätzen und Wandermöglichkeiten.

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Monika & Dieter Oberli